Ist es nicht bemerkenswert, wie pünktlich die Natur jedes Jahr ist?
Ohne Kalender wäre mancher von uns reichlich hilflos und überfordert. Die Natur braucht keinen Kalender, um zu wissen, dass jetzt Herbst ist.
Die Esskastanien fallen und füllen unsere Terrasse. Die Kraniche fliegen nach Westen und rufen über unseren Köpfen. Die Sonne steht merklich tiefer, blendet uns schneller und schenkt uns doch noch Wärme. Die Maisfelder werden an den trockenen Tagen abgeerntet, vielerorts sieht man schon die dunklen Äcker.
Mit solch einer inneren Klarheit zu leben, kann man sich als Mensch nur wünschen: zu wissen, wann es Zeit ist.
Zeit zum Gehen oder Bleiben. Zeit für Zurückhaltung oder zum Eingreifen. Zeit zum Verweilen oder zur Eile. Zeit, „Tschüss“ zu sagen, sich auszuruhen oder gerade wachzubleiben.
Das betrifft jedes Alter. Es ist ein menschliches Thema, an dem sich jeder übt. Wer in der Natur lesen kann, bekommt dort vielleicht manchen guten Rat.

